Ein robotischer OP-Assistent sorgt für noch mehr Präzision bei Kniegelenk-Operationen.
Kniegelenk-Ersatz: Ab jetzt noch schonender mit robotischer Unterstützung

Kollegen, die niemals erschöpft sind. Die gemeinsam mit dem Know How erfahrener Operateure sogar noch präzisere und schonendere Eingriffe ermöglichen. Solche gibt es im SRH Zentralklinikum Suhl längst. Nun gesellt sich zum DaVinci-OP-Roboter in der Urologie, Allgemeinchirurgie und Gynäkologie, zum O-Arm in der Wirbelsäulenchirurgie und zum CRAD-System in der Strahlentherapie ein weiterer robotischer Helfer. Er hört auf den Namen ROSA und kommt in der Orthopädie, genauer: Bei Knie-Prothesen, zum Einsatz.
Dass das Suhler SRH Zentralklinikum bei Eingriffen an Hüfte und Knie durchaus in der Spitzenklasse spielt, zeigt sich bei der jährlichen unabhängigen Überprüfung des zertifizierten EndoProthetikZentrums. Erst Mitte Mai wieder empfahlen die Prüfer das Zentrum erneut. Zum 12. Mal in Folge.
Nun satteln die Suhler in Sachen Präzision noch einmal auf. Chefarzt Dr. Tino Anschütz erklärt: „Neben unseren konventionellen Eingriffsmöglichkeiten kommt jetzt auch ein robotischer OP-Assistent zum Einsatz. Denn je genauer wir operieren, desto rascher sind unsere Patienten buchstäblich wieder auf den Beinen. Wir können mit jedem Millimeter Präzision, jedem Grad an Genauigkeit mehr Lebensqualität geben.“
PC-Systeme und Roboterarm arbeiten in Echtzeit zusammen
Der versierte Chefarzt, der schon einige Erfahrungen mit dem System hat, erklärt, wie Computer, Roboter-Arm und Operateure zusammenarbeiten: „Im Vorfeld jedes Eingriffs erstellt der operierende Mediziner einen genauen Plan, um Knieprothese und anatomische Besonderheiten seines Patienten aufeinander abzustimmen – mit einer Genauigkeit von 0,1mm. Schon in dieser Phase unterstützt das Computersystem hinter ROSA, indem es digitale Modelle des Knies berechnet und den Operateur bei seiner Planung unterstützt. Ganz ohne Strahlung.“
Zu Beginn des Eingriffs dann werde mittels Tastfühler am Roboterarm der erstellte Plan mit der Anatomie des Knies erneut abgeglichen. Die spätere Bewegung im Knie – das Zusammenspiel von Bändern, Ober- und Unterschenkel – würden live gemessen und mit der erstellten Konzeption und digitaler Hilfe feinjustiert.
Während des Eingriffs dann beobachtete der robotische Helfer die Lage des Patienten mit digitalen Adleraugen. Bewegte sich das Knie auch nur ein wenig, werde der erstellte Plan unmittelbar live angepasst. Daneben sorgten die digitalen Systeme von ROSA dafür, wichtige Markierungen, Schnittmarken und Vorgaben für die Instrumentenführung in Echtzeit mit der Anatomie des Patienten abzugleichen. Die letzte Entscheidung läge dabei selbstverständlich bei den Operateuren, die die Instrumente führten.
„So entsteht in Zusammenarbeit mit meinem Team allerhöchste Präzision bei höchster Sicherheit für unsere Patienten. Studien zeigen, dass Folgeeingriffe um Faktor fünf reduziert werden und die Mobilisierung nach dem Eingriff noch rascher geschieht. Das neue Robotersystem ist ein echter Gewinn für die Patientinnen und Patienten, die unserem qualitätsgeprüften EndoProthetikZentrum vertrauen“, ist Chefarzt Dr. Anschütz überzeugt.
Pro Jahr werden rund 700 Patientinnen und Patienten im SRH Zentralklinikum Suhl endoprothetisch versorgt, 400 davon mit einem Kniegelenks-(Teil-)Ersatz.


