Im SRH Zentralklinikum Suhl werden auch noch nach Abstufung zum Level 2 Zentrum Risikoschwangere betreut und es kommen nach wie vor Frühgeborene hier zur Welt, die auch weiterhin auf höchstem Niveau medizinisch versorgt werden.

„Eigentlich hat sich nichts verändert“, sagen Sebastian Horn und Olaf Stefanski beim Betreten der Station 35. „Das Personal ist das gleiche, die Ausrüstung ist die gleiche und die Arbeit ist die gleiche.“ Was Horn, Chefarzt der Kindermedizin, und Stefanski, Chefarzt der Geburtsmedizin, damit meinen: Im Suhler Klinikum werden nach wie vor Risikoschwangere betreut und es kommen nach wie vor Frühgeborene hier zur Welt, die nach wie vor auf höchstem Niveau medizinisch versorgt werden.
So wie der kleine Junge, der zu früh geboren wurde und jetzt ein Patient der Station 35 ist. Neben ihm im Bettchen liegt eine gehäkelte Krake, nach deren Armen er greifen soll anstatt nach den Schläuchen. „Viele denken tatsächlich, die Frühchen-Station in Suhl sei geschlossen worden“, erzählt Sebastian Horn mit leiser Stimme, um den kleinen Patienten nicht zu wecken. „Aber wir sind immer noch hier und machen unsere Arbeit.“
Für 95 Prozent der Familien habe sich nichts geändert, nachdem das Suhler Perinatalzentrum von Level 1 auf Level 2 herabgestuft wurde, sagt der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin. Im vorigen Jahr kamen im Klinikum 80 Frühgeborene zur Welt. Nur zehn davon waren extrem kleine Frühchen, die mit weniger als 1250 Gramm oder vor der 29. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Nur jene Extrem-Frühchen dürfen im Regelfall nicht mehr in Suhl behandelt werden.
„Im Notfall ist das aber etwas ganz anderes“, sagt Olaf Stefanski. Eine Schwangere, die Wehen, Blutungen oder andere Probleme habe, könne sich jederzeit ans Suhler Klinikum wenden, macht der Mediziner deutlich. „Wir haben das Wissen, die Erfahrung und die Ausstattung, um uns um alle kümmern zu können.“ Im Notfall sei man exzellent aufgestellt, versichert er.
Daran ändere sich auch nichts, betonen die Chefärzte. Man erhalte die Standards wie bisher. Letztlich sei der Wechsel zu Level 2 kaum spürbar, konstatiert Sebastian Horn. Der Kreißsaal mit 14 Hebammen, die Frauenmilchbank, die Neonatologie, die Anbindung ans Sozialpädiatrische Zentrum, das gebe es alles weiterhin am Klinikum Suhl. „Und alle vom Personal sind weiter mit an Bord und bringen ihr ganzes Know-how mit.“
Von der jahrelangen Arbeit auf höchstem Niveau profitierten alle Patienten der Station, sind Sebastian Horn und Olaf Stefanski überzeugt. Neben Frühst- und Frühgeborenen werden hier auch kranke Neugeborene behandelt. An der Arbeit mit den kleinsten Patienten hat sich eigentlich nichts verändert, meinen die beiden Ärzte beim Verlassen der Station 35.


