SRH Zentralklinikum Suhl
Zentralklinikum Suhl

Baby-Notarzt-Einsatzfahrzeug für Südthüringen offiziell in Dienst gestellt

In großen Städten längst Gang und gäbe, in Südthüringen etwas Neues und ganz Besonderes: gemeinsam mit regionalen Sponsoren hat das SRH Zentralklinikum Suhl ein eigenes Babynotarzt-Einsatzfahrzeug auf die Straße gebracht.

Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr steht vor einem Gebäude, während Feuerwehrleute und Zuschauer applaudieren.

In großen Städten längst Gang und gäbe, in Südthüringen etwas Neues und ganz Besonderes: gemeinsam mit regionalen Sponsoren hat das SRH Zentralklinikum Suhl ein eigenes Babynotarzt-Einsatzfahrzeug auf die Straße gebracht. Es bringt die Medizinerinnen und Mediziner des Suhler Perinatalzentrums rascher zu Notfällen in ganz Südthüringen und hilft damit, für kranke Neugeborene und kleine Säuglinge den Weg ins Leben ein ganzes Stück chancenreicher zu gestalten.

Vor mehr als einem Jahr machte sich das gemeinnützige SRH Zentralklinikum Suhl auf den Weg, ein eigenes Babynotarzt-Fahrzeug anzuschaffen. Wieso? Nicht selten werden die Medizinerinnen und Mediziner des Perinatalzentrums tagsüber oder nachts im Dienst zu Notfällen gerufen – dorthin mussten sie via Rettungswagen oder mit dem Privatauto aufbrechen und damit oftmals Verzögerungen in Kauf nehmen. 

„Das Babynotarzt-Fahrzeug startet tagsüber vom Klinikum. Im Bereitschaftsdienst nehmen wir es mit nachhause. Wenn wir von der Leitstelle alarmiert werden, können wir unverzüglich mit Sondersignal starten“, erklärt Dr. Sebastian Horn, Chefarzt des Kinderzentrums im Zentralklinikum. Damit sei man im Einsatzfall einfach schneller als auf bisherigem Weg, vor allem der flächenmäßig großen Region Südthüringen. „Gerade zu Beginn des Lebens zählt jede Minute. Ich bin froh, dass wir nun noch schneller für die Kinder und Familien in Südthüringen da sein können“, ergänzt er.

Regionale Zusammenarbeit für die Allerkleinsten

Möglich wurde das Einsatzfahrzeug durch eine ganze besondere Zusammenarbeit. Die SRH Stiftung des gemeinnützigen Gesundheits- und Bildungsanbieters SRH legte den Grundstein und beteiligte sich mit 35.000 Euro an der Anschaffung. Mit rund 10.000 Euro Betrag unterstützt das Mercedes-Benz Autohaus Max Schultz die Finanzierung des Fahrzeugs. Den aufwendigen Ausbau zum Einsatzfahrzeug übernahm die Firma BINZ aus Ilmenau, H&A Funktechnik aus Ilmenau baute den Funk ein, den wiederum die Stadt Suhl zur Verfügung stellte, die Firma Hänsch sponserte die Sondersignalanlage, Voigt-Werbung aus Gräfinau-Angstedt beteiligte sich mit der Beklebung des Fahrzeugs, der DRK Rettungsdienst Thüringen kümmerte sich um wahnsinnig viele organisatorische Fragen sowie die Zulassung als Sonderfahrzeug und der Rettungsdienstzweckverband Südthüringen integrierte das Fahrzeug per Verfahrensanweisung in seinen Verfügungsrahmen. Alle Beteiligten arbeiteten kostenfrei und im besten Sinne pro bono zusammen.  

Ministerinnen würdigen das Projekt

Zur Übergabe des Fahrzeugs würdigten mit Katja Wolf, der stellvertretenden Ministerpräsidentin und Finanzministerin Thüringens sowie Gesundheitsministerin Katharina Schenk gleich zwei Ministerinnen dieses einmalige Projekt: 

Finanzministerin Katja Wolf: "Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wie viel eine Region erreichen kann, wenn die Menschen zusammenstehen, sich gemeinsam für ein Projekt stark machen. Dann kann es wie hier gelingen, dass alle gewinnen. Gerade die Jüngsten und Wehrlosesten unserer Gesellschaft haben diesen wunderbaren Einsatz der Gemeinschaft mehr als verdient“.

Gesundheitsministerin Katharina Schenk: „Der Baby-Notarzt-Wagen ist weit mehr als ein Fahrzeug: Er ist ein großes Stück Sicherheit für die kleinsten und besonders schutzbedürftigen Patientinnen und Patienten sowie ihre Eltern. Mein besonderer Dank gilt allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben und jeden Tag mit höchster medizinischer Kompetenz und großer Verantwortung Leben retten. Ich wünsche dem Baby-Notarzt-Wagen allzeit gute und sichere Fahrt – und hoffe zugleich, dass er möglichst selten gebraucht wird.“

Rasche Hilfe um Lebenschancen zu verbessern

Der Geschäftsführer der SRH Gesundheit, Werner Stalla, ergänzt: „Durch die beispiellose regionale Initiative können unserer versierten Fachmedizinerinnen und -mediziner ihr Know-How im Notfall noch rascher für Südthüringen zur Verfügung stellen. Mein Dank gilt den vielen Sponsoren, die das Projekt neben unserer SRH Stiftung ermöglichen und damit helfen, die Lebenschancen für unsere kleinsten Patientinnen und Patienten in Südthüringen zu verbessern. Vor allem danke ich dem Team aus unserem SRH Zentralklinikum, die sich als Babynotärztin oder -notarzt sowie als Fachkinderkrankenschwestern für die Notfallversorgung der Menschen in Südthüringen einsetzen und Leben retten.“

Das Babynotarzt-Einsatzfahrzeug kommt nach Anforderung durch die Leitstelle oder nach Alarmierung aus einer Geburtseinrichtung bei Verfügbarkeit zum Einsatz. Zielgruppe sind lebendbedrohlich kranke Neugeborene und Säuglinge bis zum 3. Lebensmonat. Zeitgleich zum Baby-Notarztfahrzeug, das als reines Zubringerfahrzeug fungiert, starten ein Rettungswagen mit Inkubator und bei außerklinischen Geburten ein weiterer Notarzt für die Mutter zum Einsatzort. 

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