Ausbildung
Ausbildung im Klinikum

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine tragende Säule der Tumorbehandlung. Hier finden Sie eine Auswahl unseres therapeutischen und diagnostischen Leistungsangebots:

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    Strahlentherapie / Diagnostik und Therapie
    Beschleuniger
    Moderne Bestrahlungstechnik

    Die in der Strahlentherapie angewandte Strahlung wird mit Linearbeschleunigern erzeugt. Während die Elektronenstrahlen besonders zur oberflächlichen Bestrahlung geeignet sind, haben die Photonen eine größere Eindringtiefe. Die Applikation der Strahlung erfolgt von außen aus mehreren Einstrahlrichtungen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit der Kontaktbestrahlung (Brachytherapie).

    Bei der perkutanen Bestrahlung werden die Einstrahlrichtungen sowie die Form der Bestrahlungsfelder vor Therapiebeginn für jeden Patienten individuell innerhalb der dreidimensionalen Bestrahlungsplanung berechnet. Die erforderliche Dosis wird in einzelne Fraktionen aufgeteilt, sodass eine Bestrahlung nur wenige Minuten dauert. Die Behandlungsdauer beträgt bis zu 8 Wochen.

    Die Bestrahlung kann in der Regel ambulant stattfinden. Bei simultaner Chemotherapie oder schweren Begleiterkrankungen erfolgt die Behandlung zumeist stationär. 

    Gutartige Erkrankungen
    Gutartige Erkrankungen

    Bei verschiedenen gutartigen Erkrankungen kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Dazu zählen z.B. der Fersensporn und verschiedene Formen der Arthrose. Hierbei betragen die Bestrahlungsdosen nur einen Bruchteil der Dosis zur Bestrahlung von Tumoren.

    Die Durchführung erfolgt an einem Linearbeschleuniger in der Regel 2 Mal wöchentlich mit insgesamt zumeist 6 Behandlungen. 

    Planung
    Planung

    Vor Bestrahlungsbeginn wird von jedem Patienten ein Bestrahlungsplanungs-CT angefertigt. Diese Daten werden an den Planungsrechner übertragen, wobei teilweise andere bildgebende Verfahren wie z.B. MRT, PET-CT mit verarbeitet werden. In diesem CT werden vom Strahlentherapeuten die zu bestrahlende Tumorregion sowie die zu schonenden gesunden Organe eingezeichnet.

    Das Team der medizinischen Physik erstellt dann für jeden Patienten einen individuellen, dreidimensionalen Bestrahlungsplan. Die erzielte Dosisverteilung lässt sich farbig im Bilddatensatz darstellen. Anschließend wird der Plan einer strengen Qualitätskontrolle durch Ärzte und Physiker unterzogen. 

    Radiochemotherapie
    Radiochemotherapie

    Bei zahlreichen Tumorarten (z.B. Kopf-Hals-Tumoren, Bronchialkarzinom, Speiseröhrenkrebs, Tumoren der Gebärmutter, Enddarmkrebs) kann eine Verbesserung der Wirksamkeit durch eine gleichzeitige Bestrahlung und zytostatische medikamentöse Therapie (simultane Radiochemotherapie) erreicht werden. Eine damit verbundene gesteigerte Nebenwirkungsrate erfordert zumeist eine stationäre Behandlung wegen der notwendigen Überwachungs- und Therapiemaßnahmen.

    Kontaktbestrahlung
    Kontaktbestrahlung
    Kontaktbestrahlung

    Die Kontaktbestrahlung erfolgt mit einem Brachytherapiegerät. Eine nur wenige Millimeter kleine Strahlenquelle (Iridium-192) wird computergesteuert für eine begrenzte Zeit von Sekunden bis wenigen Minuten in die Tumorregion eingebracht. So kann eine deutlich höhere Dosis mit besserer Schonung des umliegenden Gewebes erzielt werden als bei der perkutanen Strahlentherapie. Die Strahlenquelle kann dabei interstitiell (direkt im Gewebe), intraluminal (in schlauchförmigen Organen) oder intracavitär (in Hohlräume) eingebracht werden. Diese Therapieform findet unter anderem bei Tumoren der Prostata, der Gebärmutter, der Brust, des Kopf-Hals-Bereiches sowie der Bronchien Anwendung. 

    IMRT, VMAT, IGRT
    IMRT, VMAT, IGRT

    Bei der IMRT (intensitätsmodulierte Radiotherapie) wird die Strahlendosis innerhalb eines Bestrahlungsfeldes moduliert. Es lassen sich kompliziert geformte Zielvolumina präzise bestrahlen und gesundes Gewebe wird deutlich geschont.  Bei der  VMAT (Volumetric Intensity Modulated Arc Therapy) findet während der Rotation des Linearbeschleunigers zusätzlich eine kontinuierliche Anpassung der Feldform statt, was eine noch präzisere Bestrahlung und ebenfalls eine deutliche Schonung gesunder Organe gewährleistet.

    IGRT steht für Image Guided Radiotherapy und stellt eine bildgestützte Form der Bestrahlung dar. Vor Beginn der Bestrahlung erfolgt direkt am Beschleuniger eine Kontrolle der Lagerung des Patienten. Bereits bei kleinsten Abweichungen im Millimeterbereich erfolgt eine automatische Lagekorrektur um die Präzision der Bestrahlung zu erhöhen.

    Patientenlagerung
    Patientenlagerung

    Für die tägliche, präzise Bestrahlung ist eine exakt reproduzierbare Lagerung des Patienten entscheidend. Deshalb lagern wir unsere Tumorpatienten mit Hilfe eines modernen, optischen, 3D-Oberflächenerfassungssytems der Firma C-RAD. Mit diesem Oberflächenscanner werden die Position und Lage des Patienten über einen Lichtteppich  im Raum erfasst und kontinuierlich überwacht. Abweichungen zur Referenzlage werden vor der Bestrahlung korrigiert. Bewegt sich der Patient während der Bestrahlung wird diese automatisch abgebrochen und kann erst fortgeführt werden wenn der Patient wieder seine exakte Position eingenommen hat. Die Lagerungsinformationen werden direkt auf den Patienten projiziert. Somit kann komplett auf Anzeichnungen und Markierungen – wie z.B. Tattoopunkte und Feldmarkierungen- auf der Haut verzichtet werden. Dadurch können Sie sich problemlos waschen und es bleiben nach Abschluss der Strahlentherapie keine sichtbaren „Erinnerungen“ zurück.

    Durch dieses Lagerungs- und Überwachungssystem ist es uns möglich geeigneten Patientinnen bei linksseitigem Brustkrebs die besonders schonende Technik der Bestrahlung in tiefer Einatmung (DIBH) anbieten zu können.

    DIBH
    DIBH

    Dank unseres modernen Patientenlagerungs-, Kontroll- und Überwachungssystems ist es uns möglich, geeigneten Patientinnen mit linksseitigem Mammakarzinom das innovative Verfahren der Bestrahlung in tiefer Einatmung  (DIBH – Deep Inspiration Breath Hold) anbieten zu können. Bei dieser Technik steht die optimale Herzschonung im Fokus. Beim Einatmen vergrößert sich der Abstand zwischen Brustwand und Herz. Dadurch wird eine niedrigere Dosis im Herzen, insbesondere in bestimmten Bereichen der Koronargefäße, erreicht. Durch die verringerte Dosis lässt sich auch das Risiko von Herzerkrankungen als Spätfolge der Strahlentherapie reduzieren. Da es sich um Spätfolgen in einem zeitlichen Rahmen von über 20 Jahren handelt profitieren vor allem jüngere Patientinnen (<60 Jahre) von dieser Technik. Generell ist das Risiko einer Herzerkrankung bedingt durch die Strahlentherapie sehr gering.

    So erreichen Sie uns!

    Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Füller
    Chefarzt

    Chefarztsekretariat
    Madeleine Göpel

    Telefon: 03681 35-5920
    Telefax: 03681 35-5921
    E-Mail senden

    Therapie

    • Zwei Linearbeschleuniger der Firma Varian
    • CT-gestützte Bestrahlungsplanung mit Hilfe des Planungssystems Eclipse
    • Möglichkeit der Einbeziehung von MRT und PET in die Bestrahlungsplanung
    • Volumenmodulierte Strahlentherapie (VMAT)
    • Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT)
    • Bildgesteuerte Präzisionsstrahlentherapie (IGRT)
    • Kontakttherapie (Brachytherapie) in Hohlräumen (intracavitär, intraluminal) und im Gewebe (interstitiell)
    • Umfangreiche Technik zur Strahlungsmessung und Qualitätssicherung

     

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