Ausbildung
Ausbildung im Klinikum

Qualitätssiegel „Hernien-Chirurgie“ für die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im SRH Zentralklinikum Suhl

15.08.2019

„Pass auf, dass Du Dir keinen Bruch hebst“, mahnten die Großeltern immer beim Heben schwerer Gegenstände. Von Medizinern wird dieser „Bruch“ fachmännisch als „Hernie“ bezeichnet: beim schweren Heben, manchmal auch bei starkem Husten oder anstrengenden Tätigkeiten „bricht“ das Bauchfell. Die Eingeweide treten, nur noch von Haut bedeckt, hervor. Man hat sich einen „Bruch“ zugezogen.


Im Grundsatz ist diese Verletzung ungefährlich. „Bleiben Hernien aber unbehandelt, neigen sie dazu, immer größer zu werden. Und je größer sie sind, desto häufiger kommt es zu schmerzhaften, manchmal bedrohlichen Komplikationen“, erklärt Chefärztin Dr. Sabine Presser. Sie leitet die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im SRH Zentralklinikum Suhl. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie das Siegel „Qualitätsgesicherte Hernien-Chirurgie“ der Fachgesellschaft erarbeitet.

„Pro Jahr behandeln wir in unserer Klinik mehr als 200 Patientinnen und Patienten mit einer Bruch-Verletzung. Das können Nabelbrüche, Leistenbrüche, Narbenbrüche oder andere Arten von Brüchen sein“, so Presser. Meist fällt ein Bruch zuerst den Patienten selbst auf, der eine Ausstülpung an der Stelle des Nabels, der Leiste oder an einer Narbe bemerkt. „Die ist oft fast schmerzfrei, manche Patienten berichten über ein Fremdkörper-Gefühl und leben eine Weile mit dem Bruch“, weiß die Chefärztin. Wenn allerdings Komplikationen auftreten, wird es rasch ernst: „Im Bruch eingeklemmte Darmschlingen, die abzusterben drohen, müssen wir als Notfall sofort operieren, um lebensbedrohliche Bauchfell-Entzündungen zu vermeiden “, so Dr. Presser.

Die Therapie von Leistenbrüchen ist in den allermeisten Fällen mit einem kleinen Eingriff verbunden: Entweder wird der Bruch durch einen schmalen Hautschnitt freigelegt, die Organe in den Bauch zurück platziert und der Bruch anschließend vernäht. Oder der Bruch wird mit einem Netz unter der Bauchdecke geschlossen – ohne große Schnitte, nur mit ganz kleinen Instrumenten.

Dass Hernien-Operationen im SRH Zentralklinikum Suhl nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik durchgeführt werden, attestierte jüngst die zuständige Fachgesellschaft. Das Siegel „Qualitätsgesicherte Hernien-Chirurgie“ erhalten ausschließlich Fachkliniken, die reichlich Erfahrung in der Hernienchirurgie nachweisen können. Dazu werden ihre Behandlungsergebnisse anonym ausgewertet, Patienten und niedergelassene Ärzte nach einem Eingriff befragt und zusätzlich eine Reihe Zertifizierungskriterien erfüllt. „Auf mein Team bin ich sehr stolz. Das Zertifikat ist eine tolle Leistung. Unser Engagement in der Hernie-Chirurgie wollen wir weiter ausbauen. Patienten können sich darauf verlassen, dass sie in Suhl in den besten Händen sind“, erklärt Chefärztin Dr. Presser abschließend.