Ausbildung
Ausbildung im Klinikum

Mit dem Mini-Kärcher gegen krankhaftes Prostata-Wachstum

12.06.2019

Selbst kräftige Männer fürchten sich vor ihm: Einem Eingriff an der Prostata. Die sonst kastaniengroße Drüse umschließt die Harnröhre von Männern. Im Alter wächst die Drüse oftmals, manchmal sogar unkontrolliert. Sie drückt auf die Harnröhre, das Wasserlassen wird zur lebensbestimmenden, tröpfchenweisen Qual. Um die Lebensqualität der betroffenen Männer wiederherzustellen, steht nach einer medikamentösen Therapie oft ein Eingriff an, der die Prostata verkleinert.


Bisher erfolgt dieser Eingriff klassisch chirurgisch oder mit minimalinvasiven Instrumenten. Einen neuartigen, noch schonenderen Weg geht nun die Klinik für Urologie im SRH Zentralklinikum Suhl. „Überschüssiges Prostata-Gewebe wird mit einem kleinen Wasserstrahl-Gerät mit chirurgischer Präzision abgetragen, der Computer hilft dabei“, erklärt Chefarzt Dr. Udo Wachter. Das Verfahren nennt sich Aqua-Beam. „Der Eingriff unter rektaler Sonographie -Kontrolle dauert nur rund 10 Minuten und ist damit wesentlich sanfter als eine konventionelle Operation. Der Eingriff findet natürlich in Vollnarkose bzw. mit Spinalanästhesie  statt und ist das schonendste Verfahren, das zurzeit in der Urologie angeboten wird“, ergänz Oberärztin Dr. Andrea Sauer. Eine schmale Sonde des Wasserstrahlgeräts wird durch die Harnröhre des Patienten zur Prostata vorgeschoben. Das winzige Wasserstrahlgerät entfaltet dort punktgenau die vorher berechnete Wasser-Strahlkraft und trägt den exakt geplanten Gewebeteil ab. So wird das umliegende Gewebe maximal geschont und das Operationsergebnis weicht nicht von der Vorplanung am Computer ab. „Selbst große Prostata-Operationen, die wir bisher mit einem Gewebeschnitt durchführen mussten, können nun in kürzester Zeit durchgeführt werden“, so Chefarzt Dr. Wachter. Selbst wenn die normalerweise 20 Gramm schwere Drüse wegen einer Erkrankung auf 150 Gramm oder mehr angewachsen sei, sei die schonende Operation in zehn Minuten möglich. „Es ist ein Meilenstein für die Versorgung prostataerkrankter Männer“, weiß der Chefarzt. Bisher seien sechs Patienten im Suhler Klinikum mit der neuen Methode erfolgreich behandelt worden. „An die ersten guten Ergebnisse wollen wir anknüpfen und die neue Technik möglichst vielen geeigneten Patienten zukommen lassen.“