
in Thüringen erkranken pro Jahr durchschnittlich 11.800 Menschen neu an Krebs. Neben Operation und zytostatischer Chemotherapie bildet die Strahlentherapie die dritte wichtige Säule der Krebsbehandlung. Sie ist ein unverzichtbarer und integraler Bestandteil vieler erfolgreicher Behandlungskonzepte bei Krebserkrankungen. Die notwendige Therapie richtet sich nach Art und Ausmaß der Erkrankung und ist immer eine interdisziplinäre Entscheidung im Team mit Patienten, Angehörigen und Behandlern. Die Klinik für Strahlentherapie unter Leitung von Chefarzt David Sammour bietet individuell angepasste Therapien nach den modernsten Erkenntnissen der Tumortherapie, so aggressiv wie erforderlich und so schonend wie möglich. Dies wird möglich dank moderner technischer Behandlungsmöglichkeiten, erfahrener Therapeuten und eines gut ausgebildeten Team in der Strahlentherapie. Die Strahlentherapie kann präoperativ, postoperativ und als alleinige Behandlungsmethode oder in Kombination mit medikamentösen Therapien (Chemo-, Hormontherapie, Immun- und Antikörpertherapien sowie Targettherapien) erfolgen. Ihre Applikation erfolgt als perkutane und interstitielle Behandlungsmodalität.
Bei der perkutanen Strahlentherapie sind wir dank der Installation neuer Technik seit Dezember 2008 in der Lage, Präzisionsstrahlentherapie mittels hochkonformaler IMRT-Technik anzubieten (v. a. beim Prostata-Ca und bei Kopf-Hals-Tumoren).
In enger Kooperation mit den Kollegen der urologischen und pulmlogischen Klinik sind wir in der Lage, beim Prostata-Ca interstitielle Brachytherapie („Spickung“) und bei Tumoren der Atemwege endobronchiale Afterloadingkontaktherapie zu betreiben.
Eine besondere Möglichkeit, noch zielgenauere Strahlenapplikation v. a. bei Bronchial- und Ösophagustumoren und bei malignen Lymphomen zu erreichen, besteht seit kurzem mit der Nutzung eines mobilen PET-CT-Gerätes, welches alle zwei Wochen unter anderem auch zu unserer Verfügung steht.
Neben der Tumortherapie leistet die Strahlentherapie mit kleinen Strahlungsdosen auch einen wichtigen Beitrag bei der Behandlung nicht maligner Erkrankungen, wie z. B. schmerzhafter Erkrankungen des Bewegungsapparates und entzündlicher Erkrankungen der Weichteile.
In Suhl erhalten derzeit jährlich ca. 600 Patienten mit malignen und 1.200 Patienten mit benignen Erkrankungen eine Strahlentherapie.
Besonders wertvoll ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen von Tumorboards (Gynäkologie, HNO-Klinik, Kieferchirurgie, Pneumonologie, Urologie, Gastroenterologie), in denen auch die niedergelassenen Kollegen der Region verankert sind.
Am Hause sind ein Brustzentrum und ein Darmzentrum etabliert und zertifiziert. Die Bildung weiterer Zentren ist vorgesehen.
Es besteht fester Kontakt zum Regionalen Tumorzentrum mit Sitz in Suhl.
Da die meisten Strahlentherapien ambulant durchgeführt werden können, lag es auf der Hand, Strahlentherapeuten in das 2005 gegründete Medizinische Versorgungszentrum Suhl einzubinden. Über diese neue Versorgungsform in der Patientenbetreuung werden seit 01.04.2006 sowohl die ambulante Strahlenbehandlung als auch die ambulanten Nachuntersuchungen bei Tumorpatienten, wie sie nach der Strahlenschutzverordnung gefordert werden, durchgeführt. Primär erfolgt die Anmeldung des Patienten im MVZ (Tel.: 03681 35-5935) zur ambulanten Erstvorstellung und Planung des weiteren individuellen Therapieablaufes. Die Therapie erfolgt meist ambulant. Ggf. ist die Einweisung zur stationären Therapie indiziert. Erforderlichenfalls ist auch die sofortige Einweisung zur stationären Strahlenbehandlung möglich.
Behandlungsspektrum: siehe unter stationäre Strahlentherapie
Auch einige kombinierte Radiochemotherapien werden in Kooperation mit niedergelassenen Kollegen oder mit der Tagesklinik des Hauses ambulant verabreicht.
Wenn es erforderlich ist, kann ein Patient in der Klinik für Strahlentherapie jederzeit auch stationär behandelt werden. Es stehen moderne Zweibettzimmer mit innenliegender Toilette und an jedem Bett ein Informationsterminal zur Verfügung.
Zeitlich abgestimmt werden Radiochemotherapien verabreicht oder auch weitere notwendige Untersuchungen durchgeführt. Eine kombinierte Radiochemotherapie ist bei folgenden Erkrankungen die Therapie der Wahl: Kopf-Halstumoren, Bronchialkarzinom, Ösophaguskarzinom, Magenkarzinom, Rektumkarzinom, Analkarzinom, Zervixkarzinom, Endometriumkarzinom, Hirntumoren und weiteren Entitäten. Die Abklärung und die Behandlung unserer Patienten mit Radiotherapie, Chemotherapie und Operation sowie auch die zeitliche Reihenfolge werden in interdisziplinären Tumorkonferenzen festgelegt.
Eine invasive Brachytherapie, ob intrakavitär oder interstitiell, kann ebenfalls stationär durchgeführt werden. Diese Therapieform wird auch häufig unter ambulanten Bedingungen oder in Kooperation mit den anderen Abteilungen unseres Hauses durchgeführt.
Schwerkranke, multimorbide oder pflegebedürftige Patienten profitieren von einer stationären Aufnahme für die Strahlentherapie, da sowohl Pflege als auch begleitende Maßnahmen direkt verfügbar sind. Während des stationären Aufenthalts wird die erforderliche weitere Behandlung oder auch die häusliche Pflege organisiert.
Gerne können Patienten auch direkt besprochen oder angemeldet werden.
Maligne Erkrankungen
Anmeldung, Erstuntersuchung und Arztgespräch, Planungs-CT am Erstuntersuchungstag, Berechnung des Bestrahlungsplanes, virtuelle Simulation und Erstbestrahlung, Bestrahlung (Therapiedauer 2 bis 7 Wochen), Zwischenuntersuchungen, Abschlussuntersuchung, strahlentherapeutische Nachsorgeuntersuchungen (über 2 - 5 Jahre)
Nicht maligne Erkrankungen (Entzündungsbestrahlung)
Anmeldung, Erstuntersuchung und Arztgespräch, Therapiebeginn am gleichen Tag (Dauer 2 Wochen), Abschlussuntersuchung